
Was sind häufige Symptome einer CMD?
Kiefergelenk, Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen, Rücken und Knieschmerzen sind häufige Symptome einer CMD. Zähne, Kiefergelenk und Kopfmuskulatur stehen in einem engen Zusammenhang mit der Muskulatur des ganzen Körpers welche durch die Fascien wie ein Netz umhüllt sind.

Was bedeutet "Kraniomandibuläre Dysfunktion CMD"?
Die kraniomandibuläre Dysfunktion (CMD) umfasst alle schmerzhaften und nicht schmerzhaften Beschwerden, die auf strukturelle, biochemische und psychische Fehlregulationen der Muskel-, und/oder Kiefergelenk-Funktion zurückzuführen sind (Schweiz: Myoarthropathie; Englisch: Temporomandibular Joint Disorders TMD´s). 20 % der erwachsenen Bevölkerung leidet unter Schmerzen der Kaumuskulatur oder der Kiefergelenke und bei etwa 11% tritt ein Geräusch bei Kieferöffnung auf; dazu kommen noch Rückenschmerzen.
What are the causes and risk factors of craniomandibular dysfunction (CMD)?
+ An incorrect or deep bite, a lower jaw shifted very far back (a so-called retral position). A narrow upper jaw. Midline shift of the lower jaw, associated with temporomandibular joint problems and possible scoliosis (see study), etc. Added to this are fillings, crowns, or dentures that are too high or too low.

A brief summary of a study on this topic:
In a mouse, the bite was raised on one side and fillings were inserted. A few days later, the mouse developed a curvature of the spine, known as scoliosis. By raising the bite and applying fillings on the other side, the bite was straightened. In addition, the curvature of the spine was reversed. We use this phenomenon (finding) in TMD treatment and in holistic orthodontics for children.What can lead to CMD?
+ A typical feature of our contemporary society is chronic psychological tension, caused by professional, familial, or other social factors. Target organs of such stress are not only the stomach or the nervous system; teeth are also a well-known "tool" for working off pent-up tension with the help of the chewing muscles and the jaw joint (teeth grinding, bruxism). Now, one can justifiably claim that humans have always suffered from stress; indeed, one would think that in earlier times they had to endure it considerably more in their struggle for survival. However, they also found sufficient physical relief and were thus better able to reduce this stress through the hard daily exertion of searching for food and the struggle for survival.
+ The lack of exercise and physical training is therefore one of the major health problems of our time, as is inadequate stress management. The average adult today generally no longer needs to perform any physically demanding activities at work or with family and can rely almost entirely on machines for heavy work. In addition, our eating habits do not take these conditions into account, and unbalanced or excessive food intake often leads to additional strain on the body, particularly on the musculoskeletal system (obesity, cardiovascular disease, etc.). Recent research also shows that hormonal factors can play a significant role in the development of pain and increased pain sensitivity (e.g. in the jaw joint and masticatory muscles).
+ Another important risk factor for pain is sleep disorders. Difficulty falling asleep, staying asleep, or waking early are widespread symptoms of insomnia, the most common sleep disorder. If we experience few deep sleep phases and frequent minor awakenings, our muscles cannot relax properly at night and tend to be more active. This is often evident in tense jaw muscles in the morning, and headaches can occur. By positively influencing sleep quality, for example, through better sleep hygiene, this bruxism and tension can be reduced.
+ This multitude of risk factors can lead to an increasing imbalance in the interaction between soft and hard structures in the head region. Muscles become tense and painful, teeth become sensitive or wear excessively (teeth grinding, bruxism). The jaw joint begins to crack or becomes painful upon movement. Most often, the neck and shoulder muscles are painful.
Was sind die Symptome und Zeichen Kraniomandibuläre Dysfunktion CMD?
Häufig auftretende Symptome dieser Erkrankung, die u.a. durch den Zahnarzt diagnostiziert wird, sind z.B. Kieferschmerzen, Kaumuskelschmerzen, Kiefergelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Geräusche im Kiefergelenk, Tinnitus aber auch Schmerzen in nicht primär involvierten Strukturen, wie z. B. dem Nacken. Verwirrend für Patient und Behandler ist die Tatsache, dass die Schmerzen häufig nicht dort auftreten wo sie entstehen. D.h. bei "Übertragenen Schmerzen" lösen Triggerpunkte in gewissen Arealen Beschwerden an anderen Orten aus. Anbei eine umfangreiche Aufstellung von Symptomen/Zeichen einer Kraniomandibulären Dysfunktion sowie Beschwerden und Risikofaktoren, die bei der Diagnostik Berücksichtigung finden sollten (CMD-Symptomliste):
- Bruxismus, d.h. Zähne knirschen oder pressen kann manchmal auftreten
- Empfindliche Zähne
- Kiefergelenk
- Kiefergelenk Schmerzen
- Knacken im Kiefergelenk
- Reiben im Kiefergelenk
- Kiefer und Mund
- Kieferschmerzen
- Mund geht nicht richtig auf
- Einseitiges Kauen
- Verspannung des Kiefers beim Kauen
- Taubes Gefühl im Kiefer
- Kopf und Gesicht
- Kopfschmerzen
- Gesichtsschmerzen
- Taubes Gefühl im Kiefer
- Haare werden empfindlich
- Ohrgeräusche
- Ohrenschmerzen
- Schwindel
- Augen
- Schmerzen hinter den Augen
- Lichtempfindlichkeit
- Sehstörungen
- Schluckbeschwerden (Globusgefühl)
- Halsschmerzen
- Unfall mit Verletzung des Kiefers
- Schleudertrauma
- Vollnarkose
- Lange Mundöffnung bei Zahnbehandlung
- Nackenschmerzen
- Schulterschmerzen
- Rückenschmerzen
- Taubes Gefühl in Armen oder Beinen
- Schlaf ist schlecht
- Schnarchen
- Atemaussetzer in der Nacht
- Müdigkeit am Tage
- Stress in Schule/Arbeit/Familie
- Innere Unruhe
- Grübelei
- Depressionen
- Früheres traumatisches Erlebnis
Screening-Fragen für CMD:
Wenn eine oder mehrere der folgenden Fragen mit "Ja" beantwortet werden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine typische CMD vorliegt, d.h. mit muskulären und/oder gelenkbezogenen Schmerzen (Myofasziale Schmerzen/Arthralgie nach RDC/TMD):
Haben Sie oft 1x|Woche Kopfschmerzen, Schulter oder Rückenschmerzen?
Haben Sie Schmerzen in der linken Gesichtshälfte, der rechten oder in beiden?
Nehmen Sie einmal die Woche Schmerzen wahr, wenn Sie den Mund öffnen oder kauen?
Haben Sie oft empfindliche Zähne?
Wie diagnostiziert man CMD?
Zur Beurteilung/Diagnostik der kraniomandibulären Dysfunktion CMD und Differenzialdiagnostik von anderen orofazialen Schmerzsyndromen werden vom Zahnarzt folgende Maßnahmen eingeleitet um somatische und psychosoziale Diagnosen stellen zu können:
- - Ein ausführliches Eingangsgespräch mit Verwendung von standardisierten Fragebögen (Anamnese).
- - Eine Untersuchung von Kieferbewegungen, Kaumuskulatur und Kiefergelenken (Klinischer Funktionsstatus).
- - Eine Panoramaaufnahnahme von Ober- und Unterkiefer ist häufig sinnvoll um zahnärztliche und andere Ursachen von Schmerzen auszuschließen.
- - Auswertung von einem oder mehreren Fragebögen aus der Schmerzpsychologie zum Screening von psychosozialen Beeinträchtigungen.
- - Untersuchung des ISG Gelenk und die Beinlänge.

Wie wird CMD behandelt?
Grundgedanke bei der Therapie von CMD ist der schonende Einsatz von reversiblen Mitteln. Dabei werden wissenschaftlich anerkannte Therapiekonzepte je nach Schwere der Erkrankung stufenweise und individuell auf den Patienten abgestimmt, auf Grundlage der evidenzbasierten Zahnmedizin.
- - Die Aufklärung des Patienten über Diagnosen und Krankheitszusammenhänge ist der erste wichtige Schritt für eine positive Beeinflussung der Erkrankung.
- - Sinnvoll sind häufig Hinweise zur Selbstbehandlung, wie z.B. weiche Nahrung, Dehnübungen, Wärme- oder Kälte, Entspannungsübungen, Atemübungen, Selbstbeobachtung, Biofeedback oder Stressmanagement.
- - Eine Okklusionsschiene hergestellt nach denen Prinzipien der Kinesiologie ART Methode nach Dr.Klingardt, Osteopathie, wird häufig eingesetzt und führt in fast 95 % der Fällen zu einer Linderung der Beschwerden da wir den Körper durch den idealen Biss auf die Schiene in der idealen Position überführen.
- - Physiotherapeutische Massnahmen und täglich durchgeführte Übungen können helfen muskuläre Verspannungen und Schmerzen zu reduzieren.
- - Akupunktur, Infiltrationen mit Procain oder Nadelung von Triggerpunkten sind sinvoll und können dauerhaft Linderung bringen.
- - Umfangreiche Zahnsanierungen, kieferorthopädische oder chirurgische Massnahmen.
CMD und Schmerzchronifizierung
In wenigen Fällen neigen Patienten mit kraniomandibulären Dysfunktionen/orofazialen Schmerzen zu einer Chronifizierung, insbesondere, wenn mehrere Risikofaktoren vorliegen. Hier können interdisziplinäre Massnahmen eine Besserung der Beschwerden und der Lebensqualität bewirken, d.h. eine individuelle, patientenbezogene Kombination von verschiedenen therapeutischen Optionen.
Wichtige Hinweise für eine Chronifizierung sind folgende Merkmale:
- - Schmerzdauer länger als 6 Monate ("Schmerzchronifizierung", "Schmerzgedächnis").
- - Mehrere schmerzhafte Regionen im Körper ("Multilokuläre Schmerzen").
- - Geringe Bereitschaft die eigenen Lebensumstände zu verändern und die Empfehlungen des Behandlers umzusetzen, z.B. Entspannungsübungen, aerobes Ausdauertraining, Stressbewältigung u.a. ("schlechtes coping").
- - Neigung zur "Somatisierung", d.h. die Veranlagung "Stress" in körperliche Symptome zu "übersetzen".
- - Mangelndes Verständnis und Unterstützung durch das soziale und berufliche Umfeld ("schlechtes Bonding").
- - Ausgeprägte schmerzbezogene psychosoziale Beeinträchtigungen wie Fehlzeiten auf der Arbeit, Ängstlichkeit und depressive Tendenzen. Je chronifizierter eine Schmerzgeschehen sich darstellt, desto mehr leidet ein Patient und der Schwerpunkt der Behandlung verlagert sich auf die psychosozialen Aspekte der Erkrankung ("Achse II".12 Hier sind Verfahren aus der psychologischen Schmerztherapie sinnvoll wie z.B. Schmerzbewältigungstechniken, kognitive Verhaltenstherapie, Biofeedback, Hypnose u.a....
